
Heinrich Mann
Professor Unrat
Roman
Professor Unrat, der bürgerlich Raat heißt, ist an seinem Gymnasium ein gefürchteter Lehrer, Pedant und Moralapostel, selbst vor Anzeigen schreckt Unrat nicht zurück. Als der Schüler Lohmann die Bekanntschaft der Barfußtänzerin Rosa Fröhlich macht, will ihn Unrat vor Ort im Spelunkenmilieu überführen, verfällt der Dame aber bald selbst. — Heinrich Manns Schulsatire schildert ein Schulsystem, das von Willkür und Repression geprägt ist und karikiert in Unrats Wandlung die Doppelmoral des wilhelminischen Bildungsbürgertums. — Der Abdruck folgt der Ausgabe in den Gesammelten Werken von 1925 textgenau.
Auflage 2 ab August 2026:
ISBN 978-3-911717-18-2
Taschenbuch, 216 Seiten
8,50 €
»Aus dem Tyrannen war endgültig der Anarchist herausgebrochen.«
Heinrich Mann in ›Professor Unrat‹
»Mit fünfundzwanzig Jahren sagte ich mir: Es ist notwendig, soziale Zeitromane zu schreiben. Diese deutsche Gesellschaft kennt sich selbst nicht. Sie zerfällt in Schichten, die einander unbekannt sind, und die führende Klasse verschwimmt hinter Wolken.«
Heinrich Mann in ›Theater der Zeit‹ (1926)
ÜBER DEN AUTOR — HEINRICH MANN
Luiz Heinrich Mann, geboren 1871, wuchs in großbürgerlichen Verhältnissen auf, sein Vater Thomas Johann Heinrich Mann war Kaufmann, Reeder, Konsul und Senator, seine Mutter Julia da Silva-Bruns war die Tochter eines nach Brasilien ausgewanderten Kaufmanns. Ab 1894 veröffentlichte er zum Teil gesellschaftskritische Literatur; bekannt wurde er vor allem durch die Romane ›Professor Unrat‹ (1905) und ›Der Untertan‹ (1918).
Mann engagierte sich für Republik und Demokratie, betrieb Kulturpolitik und wurde 1931 Präsident der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. — Im Februar 1933 wurde er aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen, seine Werke wurden öffentlich verbrannt und aus Bibliotheken und Büchereien entfernt, im August 1933 wurde er ausgebürgert. Mann emigrierte zunächst nach Frankreich, dann in die USA, wo er fast mittellos in Los Angeles und Santa Monica lebte, teils mit Unterstützung durch seinen Bruder Thomas. 1949 wurde er in der neu gegründeten DDR zum Präsidenten der Akademie der Künste gewählt, starb aber im März 1950 im US-amerikanischen Exil in Santa Monica.